Leba, gelegen zwischem dem Lebsko- und Sarbsko-See gelegen - ist die Stadt in den Dünen. Das kleine Städtchen ist Fischereihafen und Seebad gleichzeitig. Der ursprüngliche im 13. Jahrhundert gegründete kaschubische Fischerort (Stadtrecht 1357) wurde nach Jahrhunderte langem Kampf gegen Überschwemmungen und Sand aufgegeben und 1570 weiter landeinwärts neu aufgebaut. Die Gegend wird deshalb auch Polska Sahara genannt, die polnische Sahara.

Westlich von Leba erstreckt sich zwischen Ostsee und dem Gardno- bzw. Lebsko-See der Slowinski Park Narodowy / Slowinzischer Nationalpark. Seine riesigen Dünen zählen zu den größten Europas. Die Düne Lacka Gora / Lontzkenberg ist bespielsweise 42 Meter groß.

Die Düne

Die bekannteste und gewaltigste Wanderdüne Pommerns liegt auf einer 17 km langen Nehrung zwischen dem Lebasee/Jezioro Łebsko und der Ostsee/Morze Bałtyckie. Ihren Namen verdankt sie dem hier gelegenen und von ihr verschütteten Fischerdörfchen Lonske. Die Aufgabe des Ortes wird in den Jahren nach 1540 vermutet. In den Kartenwerken ist um 1770 der Name "Lontschen", später um 1933, der Name "Lontzken-Berg" zu finden. Die Dünenlandschaft dehnt sich mehrere Kilometer auf der etwa 0,8-2,5 km breiten Nehrung aus. Der beweglichste Teil ist allerdings die Lontzkedüne, die eine Höhe von 42 m erreicht. Sie wandert jährlich etwa 10 m in östlicher Richtung und begräbt alles was sich ihr im Wege stellt. Bis heute ist es noch nicht gelungen, die Düne aufzuhalten.

Wanderung

Das gesamte Gebiet steht unter Naturschutz. Die große Düne zwischen Lebasee und Ostsee darf nur auf einer gekennzeichneten Trasse überquert werden. Die Besucher von Leba können zunächst mit dem eigenen Fahrzeug oder mit einem öffentlichen Verkehrsmittel ("Bimmelbahn") bis ins nahe gelegene Rumbke/Rabek anreisen. Von hier aus fahren in den Sommermonaten Elektromobile und uhrwerke bis zum ehemaligen Raketenversuchsplatz am Pletka-Berg. Auch mit dem Motorschiff von Rumbke oder Leba gelangt man mit einer Fahrt auf dem Lebasee nach Pletka. Bis zum Fuß der Lontzkedüne sind dann noch ca. 2,5 km zu wandern oder mit einem Elektrofahrzeug zurückzulegen. Über den Gipfel der Düne, erreicht man nach etwa einem Kilometer die Ostsee. Wer nicht den gleichen Weg zurück möchte, kann am Strand zum 10 km entfernten Leba wandern, oder er verläßt nach ca. 3 km den Strand und erreicht über die Dünen wieder den Rastplatz Pletka.

Es gibt keinen zweiten Platz in Europa, wo Küstendünen wandern. Dieses Naturgebilde, ist vor 5000 Jahren aus von den Meereswogen an den Strand gespülten Sand entstanden und wird vom Wind jährlich um beinahe 10 m landwärts verschoben. Dabei handelt es sich nicht um kleine Dünen. Die höchste Wanderdüne, die sich nahe am Meer befindet, ist 42 m hoch (Lacka Gora), die größte Düne dagegen hat eine Fläche von 300 ha, gleicht also dem Gelände mehrerer Hundert großer Sportplätze. Es ist interessant zu betrachten, wie selbst der schwächste Wind charakteristische Falten auf die Dünen zeichnet.

Vom Gipfel der Lontzke-Düne aus hat man einen schönen Blick auf die Ostsee auf der einen und den 76 Quadratkilometer großen Leba-See (Jez. Lebsko) auf der anderen Seite. Diese Düne wandert ständig nach Süden weiter, unerbittlich den Wald unter sich begrabend, wie man dort sehr anschaulich sehen kann. Man ist Zeuge eines Kampfes von Wind und Sand gegen den Wald, der sich in Zeiträumen von Jahrhunderten abspielt. Wer die Kurische Nehrung kennt, die vom Samland im Norden Ostpreußens bis nach Memel verläuft und die Ostsee vom Kurischen Haff trennt, der fühlt sich hier an sie erinnert.

Die vier salzigen Seen: Lebsko, Gardno, Dolgie Wielkie i Dolgie Male - sind eigentlich ehemalige Meeresbuchten, die durch die Nehrung abgetrennt wurden und nur 30 cm über dem Meeresspiegel liegen. Ihr seichtes insgesamt 9800 ha umfassendes Gewässer ist Brutstätte von über 200 Vogelarten.

Die Pflanzenwelt kämpft und lebt mit den Dünen. Unter dem Andrang des Flugsandes sterben Bäume, Sträucher gehen zugrunde, und an ihrer Stelle wachsen Dünenpflanzen. Wenn sich die Dünen in Bewegung setzen, nehmen immergrüne Zwergsträucher (Empetro nigri Pinetum) sofort die freien Plätze ein. Es sind meist Kiefern, die infolge des ständigen Kampfes mit dem Wind merkwürdige, oft phantastische, gespenstische Gestalten annehmen.

Im Sommer erwärmt sich der Dünensand manchmal bis zu einer Temperatur von +60ºC. Bei dieser Hitze gerinnt das Pflanzeneiweiß und die Pflanzen sterben ab. Die toten Dünen beginnen zu wandern und schütten auf ihrem Weg wörtlich alles zu. Zu den Sonderlichkeiten gehört der Anblick eines aus den Dünen herausragenden Kirchturms. Im 18. Jahrhundert haben die Wanderdünen das ganze Dorf Laczki zugeschüttet.

Der Slowinski-Nationalpark – „Besitzer“ dieser außergewöhnlichen Dünen – ist ein Naturschutzpark der Biosphäre. Wenn man eine Wanderung auf markierten Wegen dieses Gebietes plant, muß man unbedingt Süßwasser mitnehmen, denn das Wandern ist hier sehr anstrengend. Jedoch es sich lohnt! Außerdem kann man auf dem Gardno-See segeln, das Freilichtmuseum in Kluki oder eine Ausstellung im Naturkundemuseum von Smoldzino besichtigen und zum Schuß noch einmal von der Aussichtsstelle auf dem Berg Rowokol (115 m) auf die einmalige Landschaft herabblicken.